Service-Wüste Deutschland - bin ich zu anspruchsvoll?!

Written on Juni 3, 2009 by mcarla

Ich habe ja hier, hier und hier von meinen Erlebnissen in der Service-Wüste Deutschland berichtet. In einem Kommentar schreibt Jörg:

Ist das mit der Service-Wüste nicht auch so eine subjektive Momentaufnahme?
Wann regen wir uns über „schlechten“ Service auf? Wenn es nicht in unserem Sinne klappt. Sei es bei der Beratung, Bestellung und der Reklamation oder sonst irgendwas.
Aber wie oft funktioniert alles bestens und wir nehmen das einfach so hin, wir sind ja schließlich König Kunde. Nur benehmen wir uns auch immer wie ein „König“?

Der Kunde als König?!

Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Und dann viel mir wieder Vera F. Birkenbihls “Birkenbihl on Service” ein. Hier schildert sie sehr schön, wie viele Dienstleister ihre Kunden sehen - als Jemand der ihnen auf dem Kopf herumtrampelt, als fetter König, der über dem Dienstleister thront usw.

Ich glaube, das ist der vollkommen falsche Ansatz. Schließlich möchte ich als Kunde mich aufgehoben fühlen und nicht ich möchte mir Gedanken machen müssen, wie eine Ware zu mir kommt, oder wie mein Problem gelöst wird. Und genau hier liegt doch auch der große, große Vorteil in einem konstruktiven Umgang mit dem Kunden.

Natürlich darf und soll sich der Kunde nicht wie eine S.. benehmen. Wie sage ich immer so schön: Er soll sich wie zu Hause fühlen, aber muss sich nicht so benehmen. ;-)

Der Kunde als Nachbar!

Der Kunde als Nachbar, dieses Bild zeichnet Frau Birkenbihl in ihrem Buch. Also jemand, den man vielleicht nicht unbedingt mag, aber trotzdem mit Respekt behandelt und zuvorkommend.

Interessant finde ich auch, dass genau diese kundenfeindliche Haltung im Ausland als “deutsche Krankheit” bezeichnet wird.

Via Twitter erreichte mich die Nachricht, dass es in Holland deutlich netter sei.

Habe ich zu hohe Ansprüche, weil ich selbst Dienstleister bin? Wie seht ihr dass?

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3 Comments on “Service-Wüste Deutschland - bin ich zu anspruchsvoll?!”

  1. Gerry |

    Hallo vom Deinem/Ihrem “neuen” Blog-Leser :-)

    Beim Reisen in ferne Länder erkennt man oft erst die echten “Service-Wüsten”. Allerdings nimmt man es dort - zB. in Russland - wesentlich gelassener, wenn man ohne einem Lächeln bedient wird oder jede Tätigkeit fürs Personal augenscheinlich ein echter Kraftakt ist.

    Ich finde, dass im deutschsprachigen Raum der Service nicht so schlecht ist, wie sein Ruf. Natürlich ginge es noch besser. Aber ich denke, dass die Veranlagung jedes einzelnen Menschen eine große Rolle spielt. Ich freue mich “von Natur aus” auf Kontakt mit anderen Menschen.

    Aber das sieht anders aus, wenn jemand ohne große Zukunftsperspektiven seinen Job machen “muß”. Wie viele Menschen arbeiten im Dienstleistungs-Bereich oder im Handel, für die sie eigentlich nicht die nötigen Voraussetzungen mitbringen? Wenn der Job frei ist und zu Hause eine hungrige Familie sitzt, nimmt man den Job zB. im Supermarkt trotzdem an…und fährt sein tägliches Minimal-Programm. Schulungen - sofern überhaupt angeobten - läßt man über sich ergehen. Mit mehr Motivation würde sich der Mitarbeiter mit Sicherheit auch wohler fühlen. Für mich eine unbegreifliche Einstellung, aber ich denke, so ist die Realität.

  2. Mario |

    Hallo Gerry,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Natrürlich hast du sicherlich recht, dass es in anderen Ländern noch schlimmer sein kann. Richtig ist sicherlich auch dein Einwand, das viele natürlich für ihren Job nicht ausreichend motiviert oder geschult sind. Ich würde mir nur wünschen, dass diese es sind immer die anderen Haltung einer Haltung weichen würde: Wie kann ich aus meinem Job das beste für mich herausholen?
    Denn nur mit Spass kommen wir weiter.
    Gruß Mario

  3. Gerry |

    Im Kern Deiner Aussage gebe ich Dir vollkommen Recht. Aber genau das ist der Knackpunkt: Es fällt vielen einfach verdammt schwer.

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